
Zwei Schiffe an der Umschlagstelle: Links die 'Marcel', rechts die 'Paloma'. Der Kran hebt ein Metallteil aus dem Bauch der 'Paloma' hoch, um es auf den Lkw zu hieven. Später kommt die 'Marcel' mit dem Entladen der schweren Fracht an die Reihe. Foto: Richter
Die zweite Verladeaktion an der
Weserumschlagstelle lief wie am Schnürchen.
Firma Richter ist mit Voraussetzungen zufrieden
Von Helmut Krischmann
HANN. MÜNDEN. "Läuft gut." Kranführer Eugen Sdzuj
ist mit dem Ablauf der Verladeaktion zufrieden. Er und sein Kollege
Gerd Mett hievten gestern mit den Superkränen der Firma Breuer und
Wasel drei tonnenschwere Metallteile von Bord zweier Schiffe und
bugsierten eines vom Lkw aufs Schiff. Die Teile sind für eine
Schmiedepresse in den USA bestimmt.
Bearbeitet hat sie die Firma Richter
Maschinenfabrik AG aus Hess. Lichtenau. Die erste Verladeaktion am
25. Juni - die Renaissance der Mündener Weserumschlagstelle als
Hafen - hatte das mittelständische Unternehmen mit einer kleinen
Feier gewürdigt (HNA berichtete). Richter hatte die Umschlagstelle
für 250 000 Euro erneuert.
Mit an Bord hatten gestern die beiden
Motorgüterschiffe "Paloma" und "Marcel" je ein Schmiedepressenteil.
Das eine, 219 Tonnen schwer, ist das Oberteil; das andere, mit 210
Tonnen Gewicht, das Fundament. Die Schiffe hatten die Fracht in
Rotterdam verladen. Die "Paloma" verlässt Hann. Münden wieder
beladen - mit dem 166 Tonnen schweren Metallteil, das es am 25.
Juni gebracht hatte. Dieses ist das Mittelstück der Presse.
Gefräst und gebohrt
Die Mitarbeiter von Richter hatten das Teil im Werk
gefräst und gebohrt, so dass es den Weg zum Kunden antreten kann.
Die Paloma wird es in den Hafen von Bremen bringen, von dort geht
es mit dem Schiff in die USA.
Vom Weserstein aus und oberhalb der
Weserumschlagstelle an der B 80 verfolgten Zuschauer das Geschehen.
Einige zückten Fotoapparate, um die zweite Verladeaktion der
nordhessischen Firma im Bild festzuhalten. Auch Firmenchef Axel
Richter ließ seine Videokamera laufen.
Anders als bei der ersten Aktion standen die Lkw
nicht oben auf der B 80, sondern unten an der Umschlagstelle.
Grund: Um die Kolosse aus Stahlguss wieder über die Mauer nach oben
auf die B 80 zu stemmen, wären zwei 900-Tonnen-Kräne erforderlich
gewesen. Richter: "So schwere Kräne haben wir nicht bekommen." Mit
den kleineren Ausgaben - der eine Kran kann bis zu 400 Tonnen
heben, der andere bis zu 500 - lief es aber reibungslos. Der
Firmenchef ist mit jetzigen Voraussetzungen an der Umschlagstelle
sehr zufrieden. Indem ein Fahrweg befestigt wurde, können die Lkw
dort fahren, in Gimte wenden, um vorwärts von der Umschlagstelle
den Berg hoch auf die B 80 und weiter nach Hess. Lichtenau zu
fahren. Zwei weitere Verladeaktionen hat Richter geplant, bevor ab
15. September die Schleuse in Hameln repariert wird. Dann ist
erstmal Pause.
Quelle: www.hna.de
vom 31.07.2008
Rubrik: Hann. Münden