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Richter setzt auf Münden

Maschinenbauer wird weiterhin seine Produkte
im Weserhafen aufs Schiff verladen

Hessisch Lichtenau / Hann. Münden. Für die Maschinenbaufirma Richter aus Hessisch Lichtenau ist die Weserumschlagstelle in Hann. Münden ein Glücksfall. „Es wird immer schwieriger, schwere Güter über die Straße zu transportieren“, sagt Joachim Kraus, Prokurist des mittelständigen Unternehmens.

Joachim Kraus
Joachim Kraus

Der Schiffsweg sei die einzige Chance für Richter, die zig Tonnen schweren Erzeugnisse zu den Kunden zu bringen, so Kraus. Allein in diesem Jahr gab es 26 Umschläge am Weserhafen. Für 2011 rechnet Kraus mit 15 bis 18 Güterumschlägen.

Doch erstmal müssen die Güter mit dem LKW zum Weserhafen gebracht werden.


Die Firma Richter hat es nach Gesprächen mit den obersten Straßenverkehrsbehörden in Hannover und Wiesbaden erreicht, dass die Route von Hessisch Lichtenau nach Hann. Münden als Schwerlaststrecke ausgewiesen wird. Der Weg zum Hafen läuft vom Firmengelände in Hessisch Lichtenau über die B 7 bis Anschlussstelle Kassel-Nord, dann auf der Autobahn 7 bis Ausfahrt Hedemünden und weiter über die B 80 zur Weserumschlagstelle in Hann. Münden.

Was Sicherung der Schwerlaststrecke bedeutet, verdeutlicht der Prokurist an folgendem Beispiel. An der A 7 Auffahrt Kassel-Nord lasse sich künftig die Mittelleitplanke leichter wegnehmen. Damit könne der LKW leichter die Fahrbahn queren, was bei der Größe der Güter erforderlich ist.
Joachim Kraus fasst die Erfahrungen mit Hann. Münden so zusammen: „Die Firma Richter hat ihre Zukunft an den Weserhafen gebunden.“

Dafür hat das Unternehmen auch mehr als eine viertel Million Euro investiert, um das Fundament der Weserumschlagstelle zu erneuern und die Kaimauer zu befestigen.

Für die Zukunft wünscht sich der Maschinenbauer an der Weserumschlagstelle einen fest installierten Kran. Dann ließen sich für Richter die Kosten für die Umladung von 140 Tonnen bis 150 Tonnen schweren Produkten senken, so Kraus. Als Mitglied der Interessengemeinschaft Oberweser sei die Firma Richter bestrebt, den Standort Hann. Münden für die Binnenschifffahrt zu stärken, so Kraus. Ein Ausbau des Kasseler Hafens komme nicht in Betracht. Richter wolle mithelfen, dass Kasseler Unternehmen Kunden im Weserhafen in Hann. Münden werden und Waren auf dem Fluss befördern. Um Anschubhilfe zu geben, habe die Firma Richter Kasseler Unternehmen für Januar zu einem Gespräch eingeladen. (kri)


Neues Schiff mit Tiefgang

In niederschlagsarmen Zeiten gab es in der Vergangenheit das Problem, dass Ederseewasser abgegeben werden musste, damit die Binnenschiffe in der Oberweser genügend Wasser unterm Kiel hatten. Unter normalen Bedingungen – Pegelstand von 1,20 Meter in Hann. Münden – werde künftig in der Regel kein Ederseewasser mehr benötigt, so Alexander Wenzel von den Versorgungsbetrieben Hann. Münden. Voraussetzung hierfür sei ein spezieller Schiffstyp mit Schubleichter, welcher einen besonders niedrigen Tiefgang hat.

Ein solches Frachtschiff soll nach Möglichkeit in Zukunft bei allen Transporten von und zur Weserumschlagstelle eingesetzt werden, um so den Edersee zu entlasten und dessen Attraktivität für den Tourismus nicht zu beeinträchtigen.

Jörg Hartung von der städtischen Wirtschaftsförderung ergänzt, er hoffe, dass die Wasser- und Schifffahrtsdirektion in Hannover den Aufbau der Buhnen in der Oberweser voranbringt. Denn dadurch ließe sich die Tiefe der Fahrrinne um zehn bis 20 Zentimeter erhöhen. (kri)


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Bei Eiseskälte ...

Richter setzt auf Münden

... verluden Fachleute im Weserhafen mit einem Spezialkran einen 140 Tonnen schweren Pressenrahmen. Das Teil ist auf dem Weg zu einem Kunden im US-Bundesstaat Tennessee. Foto: Krischmann

Hintergrund

Idee eines findigen Spediteurs

Ein findiger Spediteur, berichtet Prokurist Joachim Kraus, habe die Firma Richter auf die Idee gebracht. Der Spediteur habe sich daran erinnert, dass es in Münden früher eine Pionierkaserne gab. Wo Pioniere waren, gebe es Wasser, dachte sich der Mann. Das war im Herbst 2007, die Idee für den ersten Schiffstransport der Firma Richter ab Hann. Münden war geboren. Diese umzusetzen war aber schwerer als gedacht. Der Ponton mit der 240 Tonnen Fracht trieb in der Weser und riss einen Poller heraus.

Was also tun, um Schäden zu verhindern? Den rettenden Gedanken, so berichtet Joachim Kraus, hatte Dana Niestroj, stellvertretende Leiterin des Wasser- und Schifffahrtsamtes Hann. Münden. Sie schlug die Weserumschlagstelle vor.(kri)

Aktualisiert am 02.01.2012