Transport des schwersten Gussteils ohne
Komplikationen - Ladung wurde gedreht
Hessisch Lichtenau / Münden. So schwer war noch keiner:
Der Transport mit einem 300 Tonnen wiegenden Pressenoberteil von
Münden nach Hessisch Lichtenau hat in der Nacht zum Sonntag sein
Ziel ohne Komplikationen erreicht. Der gewaltige Gussblock wurde
von der Firma Richter am Samstagnachmittag auf den Weg geschickt.
Mit bis zu vier Zugmaschinen - drei vorn und eine von hinten
schiebend - wurde das Bauteil zunächst über die B 80, dann
über die Autobahn 7 und schließlich die B 7 zum Firmensitz nach
Hessisch Lichtenau gebracht.
Das Vehikel samt Ladung wog nach Angaben von Firmenchef
Axel Richter 588 Tonnen. Das wird auch das Rekordgewicht bleiben:
Mehr hält die Werratalbrücke nicht aus. Richter, der den Giganten
selbst begleitet, sprach von einem Grenzfall, was das Gewicht
angehe.
Bevor es in Hann. Münden losgehen konnte, musste das
Pressenoberteil auf dem Tieflader noch gedreht werden, damit das
Gewicht besser auf die Achsen verteilt wird.
Das war Millimeterarbeit. Das riesige Gussteil musste angehoben
und so austariert werden, dass der Tieflader unter dem in der Luft
hängenden Schwergewicht rangieren konnte. Dann wurde es wieder
aufgesetzt.
Das Pressenoberteil, das vor einer Woche mit dem Schiff an der
Weserumschlagstelle angekommen war, soll in der Maschinenbaufirma
bearbeitet und dann zu einer Stahlfirma in Völklingen
gebracht werden. Dort wird es mit weiteren Teilen, die ebenfalls in
Hess. Lichtenau bearbeitet worden waren, zur größten Schmiedepresse
Europas zusammengebaut. Sie stellt Turbinen für Kraftwerke her.
Es gab in diesem Jahre bereits mehrere Schwertransporte dieser
Art. Als der erste im Juni durch die Sommernacht rollte, säumten
Tausende Schaulustige die Strecke. In der kühlen Herbstnacht an
diesem Wochenende waren es zwar deutlich weniger, aber gar mancher
wollte sich das Spektakel nicht entgehen lassen.
Quelle: HNA vom 26.10.2009,
(rud/kle)